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Was steht bei der Zimmerer-Nationalmannschaft aktuell an?

28.08.2019

Gold für Zimmerer Alexander Bruns bei WorldSkills 2019

Roland Bernardi verabschiedet sich als Experte, bleibt Teamleiter der Zimmerer-Nationalmannschaft

Der 22-jährige Zimmerergeselle Alexander Bruns aus Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz holte bei der WorldSkills 2019 im russischen Kasan die Goldmedaille und ist Weltmeister. Damit ist die Zimmerer-Nationalmannschaft nach 2015 und 2003 erneut Weltmeister geworden.

„Es ist einfach nur geil! Ich wollte hier gewinnen, ich habe hier gewonnen“, so Alexander Bruns nach dem Wettbewerb. „Schon zum Wettbewerbsende fühlte ich mich überragend gut! Ich hatte fast die ganze Zeit Megaspaß, auch wenn ich mir der vielen starken Gegner sehr bewusst war! Die drei Jahre in der Zimmerer-Nationalmannschaft waren eine großartige und einmalige Erfahrung in meinem Leben. Ich muss mich bei so vielen bedanken, die mir das ermöglicht haben: Bei meiner Familie, meiner Freundin, aber auch unserem gesamten Team mit Teamleitung und Trainern!“ Alexander Bruns hatte 2016 die Silbermedaille bei der Deutschen Meisterschaft geholt und war 2018 Europameister in der Einzel- und Mannschaftswertung geworden. Ab September 2019 besucht er die Meisterschule. Er war bis zur WM als Geselle in der Zimmerei Wolfgang Schlatter aus Kleinkarlbach beschäftigt.

15 Teilnehmer aus aller Welt nahmen am diesjährigen Wettbewerb im Skill „Carpentry“ teil. Neben Deutschland zeigten sich Frankreich, Korea, Schweiz und Südtirol sehr stark, die alle mit einer Silbermedaille belohnt wurden. Auch China und Russland zeigten starke Leistungen.

Die Zimmerer hatten drei Module zu bauen, die insgesamt einen Pavillon mit Balkon und Rampe ergaben. Im ersten Modul war zunächst die Unterkonstruktion mit Schwellenkranz, Pfosten und Streben sowie Fußpfetten oben zu erstellen. Das zweite Modul bestand aus einer Rampe mit aus verschiedenen Streben, auf die ein Bodenbelag kam. Darüber hinaus wurde eine Art Balkon mit einem schrägen Geländer, an dem ein Handlauf befestigt war, an den Pavillon angebracht. In diesem Modul lag der größte Schwierigkeitsgrad der gesamten Aufgabe, vor allem wegen drei unten zusammenlaufenden Hölzern. Zum Schluss wurde das Dach gefertigt und auf die Unterkonstruktion aufgesetzt. Die Pass- und Maßgenauigkeit stand im Vordergrund der Bewertung. Dazu gehörte zum Beispiel ein gleichmäßig eingeteilter Bodenbelag mit einer geraden Verschraubung. Überstände oder Fugen außerhalb des Plans galt es zu vermeiden. Bereits eine Abweichung von 0,5 Millimeter führte zum Punktabzug.

Als Experte und Mitglied der internationalen Jury war der Teamleiter der Zimmerer-Nationalmannschaft, Zimmermeister und Holzbauunternehmer Roland Bernardi aus dem saarländischen Völklingen, zum letzten Mal dabei. „Mein Abschied als Experte bei WorldSkills wurde mir mit dieser Medaille „vergoldet“. Alex hat eine super Performance im Wettbewerb gezeigt. Ich bin stolz auf ihn und unser Team!“ Bernardi bleibt Teamleiter der Zimmerer-Nationalmannschaft. Er hatte seit 2007 sieben WorldSkills-Wettbewerbe mitgemacht und zwei Gold- und zwei Bronzemedaillen mit dem Team geholt. Er ist zudem für vier Europameistertitel seit 2012 verantwortlich.

Die Zimmerer-Nationalmannschaft wird von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes getragen. „Großartig! Das erneute Gold nach 2015 zeigt, dass dieses Team mit Leidenschaft und einem enormen Können unseren Beruf lebt und zeigt, was es kann und was die Branche kann“, so Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland.

Die Holzbau Deutschland Leistungspartner, ein Zusammenschluss führender Hersteller von Baustoffen, Bauelementen und Elektrowerkzeugen mit Holzbau Deutschland, fördern das Team seit 2008 umfassend. „Das war eine geniale Top-Leistung von Alex, aber auch der gesamten Mannschaft, die grandios hinter ihrem WM-Teilnehmer stand! Herzlichen Glückwunsch an den neuen Weltmeister und das gesamte Team. Die intensive Vorbereitung hat sich gelohnt. Wir freuen uns riesig!“

Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Ehrenpräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, hatte das Nationalteam des Deutschen Baugewerbe, zu dem neben den Zimmerern die Maurer, Fliesenleger, Stuckateure und Betonbauer gehören, nach Kasan begleitet und zeigte sich beeindruckt von seiner Leistung: "In Kasan waren Deutschlands beste junge Gesellen am Start. Sie haben großartig gekämpft und alles gegeben. Dafür zollen wir ihnen höchsten Respekt. Sie sind ein hervorragendes Aushängeschild für unsere Branche und zeigen, wie weit man es mit einer guten Ausbildung, einer starken Leistung und entsprechendem Engagement bringen kann." Der Fliesenleger holt ebenfalls Gold, die Betonbauer Bronze, Maurer und Stuckateure bekamen eine Medaillon for Excellence.

Trainiert wurde Alexander Bruns von den beiden Trainern Michael Rieger, Ausbildungsmeister im Zimmerer-Ausbildungszentrum in Biberach und selbst Vize-Weltmeister 2001, und Sascha Brück, Ausbildungsmeister im Bundesbildungszentrum für das Zimmerer- und Ausbaugewerbe (Bubiza) in Kassel. Ein Trainer ist während des Wettbewerbs immer an der Seite des Teilnehmers. Aber Dank Velux, einer der ersten Leistungspartner und Sponsoren der Mannschaft, konnten sich beide Trainer auf den Weg nach Kasan machen, Bruns betreuen und auch intensiv die Konkurrenz beobachten.

Der 45. WorldSkills-Wettbewerb war wieder einmal der größte aller Zeiten. Über 1300 Teilnehmer aus 63 Ländern kämpften in 56 Disziplinen um Medaillen. 39 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 34 dieser kamen aus Deutschland, darunter die sechs Bauhandwerker in fünf Disziplinen. Der russische Präsident Wladimir Putin beendete offiziell den Wettbewerb, der russische Ministerpräsent Dmitri Medwedew hatte WorldSkills persönlich eröffnet. Die Eröffnungs- und Abschlussfeier fanden im Stadion von Kasan vor 45.000 Besuchern mit bombastischen Show- und Musikeinlagen sowie Feuerwerk statt.



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