Was steht bei der Zimmerer-Nationalmannschaft aktuell an?

14.11.2018

Deutsche Meisterschaft der Zimmerer: Gold geht an Philipp Kaiser aus Baden-Württemberg

Silber geht nach Schleswig-Holstein, Bronze nach Rheinland-Pfalz

Philipp Kaiser ist Deutscher Meister der Zimmerer 2018! Der 19-jährige Kaiser aus Rot an der Rot in Baden-Württemberg gewann bei der Deutschen Meisterschaft die Goldmedaille, die Anfang November 2018 in Erfurt stattgefunden haben. Zweitplatzierter wurde Julian Paczulla (23) aus Schafflund in Schleswig-Holstein. Bronze ging an Fabian Gies (19) aus Dernau in Rheinland-Pfalz. In den nächsten Tagen entscheidet sich, wer von den Bestplatzierten in die Zimmerer-Nationalmannschaft aufgenommen wird.

Die Gewinner zeigten sich bei der Bekanntgabe der Ergebnisse im Rahmen der feierlichen Siegerehrung überrascht und glücklich. Goldmedaillengewinner Philipp Kaiser: „Ich bin sprachlos! Aber es gab Höhen und Tiefen im Wettbewerb. Ich war erst sehr zufrieden mit meinem Lauf im Wettbewerb, dann war ich aber der festen Meinung, ich hätte Fehler gemacht. Jetzt ist es Freude pur.“ Kaiser machte seine Ausbildung in der Zimmerei D. Kaiser GmbH in Rot an der Rot.

Julian Paczulla stimmte Kaiser zu: „Es ist ein gutes Gefühl, die Medaille in der Hand zu haben. Einfach Klasse. Am letzten Tag hatte ich einen richtig guten Lauf. Ich fand die Aufgabe nicht so schwer.“ Paczulla wurde bei der Zibro GmbH & Co. KG in Hörup ausgebildet.

„Ich freue mich und bin etwas fassungslos. Mit der Medaille hatte ich nicht gerechnet“, bilanzierte schließlich Fabian Gies. Gies absolvierte seine Ausbildung bei Gregor Gies in Dernau.

Der Bewertungsausschuss wurde von Zimmermeister Andreas Großhardt, Holzbauunternehmer aus Uhldingen-Mühlhofen in Baden-Württemberg geleitet. Er ist stellvertretender Teamleiter der Zimmerer-Nationalmannschaft. Im Nachgang der Deutschen Meisterschaft werden neue Teammitglieder aufgenommen. Außerdem waren Carsten Kleinschmidt, Ausbilder im BIW Erfurt, und Simon Rehm, Welt- und Europameister der Zimmerer, im Bewertungsausschuss. Rehm hatte 2012 bei der Deutschen Meisterschaft Silber bekommen. Er ist inzwischen Zimmermeister und Bautechniker und arbeitet im elterlichen Betrieb in Weinsfeld in Bayern.

Die Zimmerer konstruierten im dreitägigen Wettbewerb ein Dachstuhlmodell. Es handelte sich um ein abgewalmtes Pultdach mit aufgesetzter Spitzgaube und Aufschieblinge am Walm. Die Aufgabe war in vier Module eingeteilt. Zuerst musste eine Grundkonstruktion nach Computer-Plan angerissen und bearbeitet werden. Modul 2 beinhaltete eine Dachkonstruktion mit Gratsparren und Schiftern. In Modul 3 wurde eine schräge Auswechslung sowie Walm- und Grataufschieblinge erstellt. Im letzten Modul wurde eine Spitzgaube mit fallendem First errichtet.

60 Teilnehmer, darunter eine junge Maurerin, haben bei der Deutschen Meisterschaft in den Bauberufen in sieben Wettbewerb um die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen gekämpft, die der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes zum 67. Mal vergeben hat. Zugelassen waren die Landessieger in den jeweiligen Berufen.

„Unsere gut ausgebildeten Nachwuchskräfte haben sich den Wettbewerben gestellt und herausragende Leistungen erbracht. Das zeigt einmal mehr, wie hochwertig das duale Ausbildungssystem, ergänzt um die überbetriebliche Ausbildung im Baugewerbe ist“, erklärte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, zum Abschluss der Wettbewerbe. „Die jungen Menschen, die Branche und die Bauherren sind die Gewinner dieses bewährten Ausbildungssystems made in Germany, um das uns nach wie vor viele beneiden.“

Die Holzbau Deutschland Leistungspartner unterstützten wie schon in den Jahren zuvor den Zimmerer-Wettbewerb.



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