Was steht bei der Zimmerer-Nationalmannschaft aktuell an?

15.11.2017

Deutscher Meister 2017 kommt aus Baden-Württemberg

66. Deutsche Meisterschaft fand in Sigmaringen statt

Deutscher Meister der Zimmerer im Jahr 2017 wurde Lukas Nafz (19) aus Horb a.N. (Baden-Württemberg). Silber holte Tom Jacobsen (19) aus Fehmarn (Schleswig-Holstein) und Bronze Micha Endt (20) aus Scheibenberg (Sachsen). Die Deutsche Meisterschaft in den Bauberufen fand vom 11. bis 13. November im Ausbildungszentrum Bau in Sigmaringen statt.

Die Zimmerer hatten in dem dreitägigen Wettbewerb ein Dachstuhlmodell zu konstruieren. Es handelte sich um ein abgewalmtes Pultdach mit aufgesetzter Spitzgaube. Die Aufgabe war in drei Module eingeteilt. Zuerst musste das Grundmodell, ein Schwellenkranz mit schräger Wand- und Plattenverkleidung als Element erstellt werden. Dann folgte Modul zwei, ein abgewalmtes Pultdach mit schrägem First und Auswechslung für die Gaube. Zum Schluss musste die Gaube mit Kehlbohlen und schrägem Giebel eingebaut werden.

Lukas Nafz zeigte sich überaus glücklich über seine Goldmedaille: „Ich bin sehr froh, wie es gelaufen ist. Ich gebe zu, ich hatte die Goldmedaille fest eingeplant, weil ich in die Zimmerer-Nationalmannschaft will. Dafür habe ich sehr viel trainiert und war zwischendrin im Wettbewerb etwas niedergeschlagen, als es nicht so lief. Aber nun ist alles gut, ich freue mich riesig.“ Nafz ist beim Zimmereibetrieb Claus Kübler in Pfalzgrafenweiler ausgebildet worden. Auch Tom Jacobsen war aus dem Häuschen: „Ich bin überwältigt. Ich hatte nicht mit einer solch guten Platzierung gerechnet, da der Wettbewerb zunächst alles andere als gut für mich lief. Heute muss ich gut aufgeholt haben. Ich kann nur jedem empfehlen, diese Erfahrung mitzunehmen.“ Jacobsen ist bei der Holzbau Fehmarn GmbH in Burg auf der Insel Fehmarn ausgebildet worden. Auch Micha Endt freute sich: „Bronze ist eine schöne Sache. Ich bin noch etwas sprachlos. Ich habe in Sigmaringen tolle Erfahrungen gemacht.“ Er war bei Frei Zimmerei und Treppenbau in Sehmatal ausgebildet worden.

65 Teilnehmer haben bei der 66. Deutschen Meisterschaft mitgemacht, die in diesem Jahr in Sigmaringen stattfand. In sieben Wettbewerben wurden Gold-, Silber- und Bronzemedaille vergeben. „Unsere gut ausgebildeten Nachwuchskräfte haben sich den Wettbewerben gestellt und herausragende Leistungen erbracht. Das beweist einmal mehr, wie hochwertig unsere Ausbildung im Baugewerbe ist“, erklärte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, zum Abschluss der Wettbewerbe. „Grundlage dafür ist das duale Ausbildungssystem, ergänzt um die überbetriebliche Ausbildung. Die jungen Menschen, die Branche und die Bauherren sind die Gewinner dieses bewährten Ausbildungssystems made in Germany, um das uns nach wie vor viele beneiden.“

Die Deutsche Meisterschaft wird unterstützt von der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, der SOKA-BAU sowie der Fa. Stabila. CWS boco kleidet die Wettbewerbsteilnehmer ein. Die Holzbau Deutschland Leistungspartner unterstützten den Zimmerer-Wettbewerb. Mafell stellte umfangreich Sägen zur Verfügung.

Vorsitzender der Bewertungskommission war der Holzbauunternehmer Andreas Großhardt aus Baden-Württemberg, der stellv. Teamleiter der Zimmerer-Nationalmannschaft ist. Ausbildungsmeister Hans Wittmann aus Ansbach und der ehemalige Biberacher Ausbildungsmeister Roland Schumacher haben mitgewertet. Aufgabensteller war in diesem Jahr der Bühler Ausbildungsmeister Florian Braun, der selbst vor zehn Jahren Bundessieger wurde und 2008 Vize-Europameister war.

Die Bestplatzierten haben nun die Chance, ins Team aufgenommen zu werden.



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